Raus aus dem Labor, rein in die Geschäftswelt

Dr. Andrea Douglas über die Einführung von wissenschaftlicher Stringenz in die Führungsebene.

Dr. Andrea Douglas

Wir sprachen mit Andrea Douglas, Vizepräsidentin für Forschungs- und Entwicklungsplanung und externe Angelegenheiten bei CSL.

 

Welche Funktion haben Sie bei CSL?

Ich leite unsere weltweite F&E-Planung und Priorisierung des Investment-Portfolios sowie externe Angelegenheiten. Das beinhaltet u. a. strategische Partnerschaften mit der Fachwelt für Forschung und Biotechnologie in Australien sowie Regierungsangelegenheiten in Australien.

Was brachte Sie dazu, im Bereich STEM (Naturwissenschaft, Technologie, Technik und Mathematik) zu arbeiten? 

Ich war schon in der Schule immer an Naturwissenschaften interessiert - ich bin gar kein kreativer Mensch! Meine Interessen führten mich zu einem naturwissenschaftlichen Abschluss mit anschließendem Doktortitel - und der Rest ist Geschichte! Ich finde die Naturwissenschaften, insbesondere Biologie, immer noch faszinierend.

Was war für Sie die größte berufliche Herausforderung und wie haben Sie diese bewältigt?

Sich vom Labor zu verabschieden und in die Industrie einzutreten war eine wirkliche Herausforderung. Nach acht Jahren Studium und vier Jahren Postdoc-Erfahrung fühlte sich das an, als ob ich alle Zeit verschwendet hätte. Es half auch nicht, dass mir Wissenschaftler erklären wollten, dass sich mein IQ um 40 Punkte reduzieren würde!  Glücklicherweise stellte ich fest, dass meine emotionale Intelligenz stark war. Von wichtigen Leuten zu lernen, sie zu verstehen und auch zu beeinflussen, wurde für mich eine wirksame Methode, von der Grundlagenforschung in die Umsetzung der Naturwissenschaften hineinzuwachsen.

Was mögen Sie bei der Arbeit in STEM-Bereichen am meisten?

Die sachliche Grundlage der Disziplin und die ständigen Entdeckungen.

Was sind Ihre Karriere-Tipps für Frauen, die neu sind in STEM?

• Folgen Sie Ihren Interessen, weil sie meistens auch Ihre Stärken sind.
• Finden Sie einen Stil, der einzigartig für Sie ist. Halten Sie nach Vorbildern Ausschau, aber dann ermitteln Sie, was für Sie und Ihre Persönlichkeit passt und machen es sich zu eigen.
• Finden Sie Ihr eigenes Gleichgewicht: Erkennen Sie unbedingt das, was für Sie wichtig ist, und verbringen Sie Ihre Zeit mit Dingen, für die Sie Leidenschaft empfinden.

Warum ist es für Frauen wichtig, Berufe in STEM anzustreben?

Wir müssen alle jungen Menschen unterstützen, STEM zu verstehen und anzustreben. Sie sollen auch erkennen, wie wichtig eine STEM-Ausbildung für alles ist, was uns im Leben umgibt - von der Arbeit bis zum privaten Zuhause. Wie in jeder Branche müssen wir unsere Fähigkeiten und Anschauungen diversifizieren.
 
Welche Türen haben sich in Ihrer Ausbildung für Sie geöffnet?

Die STEM-Grundlage meiner Ausbildung hat mir viele Türen geöffnet – ich glaube, es ist viel einfacher, alles über die Branche zu lernen und neue ergänzende Ressourcen zu entwickeln, als die zugrunde liegende technische Komplexität von STEM zu verstehen. Arbeitgeber schätzen die Stringenz, die mit wissenschaftlichem Denken einhergeht, sehr.
 
Auf welche erzielten beruflichen Leistungen sind Sie am meisten stolz?

Ich fing bei CSL an, als wir gerade erstmals über die Möglichkeit nachdachten, unseren Australien-basierten Grippe-Impfstoff auf globale Märkte zu bringen. Innerhalb von sechs Monaten erhielten wir vom Vorstand die Genehmigung, mehr als 100 Millionen Dollar in die klinische Entwicklung und Standorterweiterung zu investieren, und ich war Leiterin eines abteilungsübergreifenden Teams, um diese Ziele zu verwirklichen. Ich war sehr stolz, als wir dank der Partnerschaft mit Kollegen auf der ganzen Welt die Zulassung in den USA erzielten.
 
Wie beeinflusst Ihre Funktion die Patienten und das allgemeine Geschäft von CSL?

Für jeden der 20.000 Mitarbeiter von CSL steht der Patient im Mittelpunkt. Meine Priorität für unsere Patienten besteht in der Entwicklung einer F&E-Strategie und der Priorisierung unseres Portfolios, damit wir die finanziellen und menschlichen Ressourcen für die Entwicklung neuer Produkte für die Patienten und die Verbesserung ihrer Lebensqualität sicherstellen können. Unsere stabile und mannigfaltige Unterstützung sorgt auch für ein nachhaltiges Wachstum von CSL bis weit in die Zukunft hinein.
 
Wenn Sie nicht arbeiten - was tun Sie am liebsten? Warum?

Ich koste mein Leben voll aus – das kann ein Spaziergang am Strand sein oder meinem Sohn an einem Freitagabend beim Kricket-Spielen zusehen, ihm bei seinen Hausaufgaben in Mathe oder den Naturwissenschaften helfen (kleiner Scherz!), ein Buch lesen oder Zeit mit engen Freunden und Verwandten verbringen – sie sind mir alle wichtig!