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Hepatitis Prophylaxe


Hepatitis B

Die Hepatitis B wird durch ein behülltes DNA-Virus aus der Hepadna-Gruppe hervorgerufen. Die Erkrankung ist mit einer meist schweren Leberentzündung verbunden, die im Gegensatz zur Hepatitis C nur zu einem kleineren Prozentsatz chronisch wird. In der Schweiz erkranken jährlich weniger als 100 Personen an einer akuten Hepatitis B. Männer sind dabei weitaus stärker von akuter Hepatitis-B betroffen, ihr Anteil liegt bei rund 75 %. Die Mehrheit der Infektionen (ca. 60 %) entfällt auf die Altergruppe der 25- bis 50-Jährigen.

Das Virus kann auf verschiedene Weise übertragen werden, z. B. sexuell oder bei intravenösem Drogenkonsum. Bei mehr als 90 % der Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter (Mütter mit Antikörper gegen Hepatitis B) erfolgt während der Geburt eine HBV-Infektion von der Mutter auf das Kind (vertikale Infektion). Meist kommt es dabei beim Kind zu chronisch verlaufenden Infekten mit dem Endstadium Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Wegen der besonderen gesundheitlichen Bedeutung der HBV-Infektion ist auch in der Schweiz seit Jahren die Impfung aller Neugeborenen, Kinder und Jugendlichen etabliert. Um das Risiko der vertikalen Infektion bei Neugeborenen von HbsAg-positiven Müttern zu minimieren, wird ausserdem empfohlen, bei allen Schwangeren nach der 32. Schwangerschaftswoche, möglichst nahe am Geburtstermin, eine Bestimmung auf HBsAg durchzuführen. Ist die Mutter HBsAg-positiv, dann sollte bei den Neugeborenen unmittelbar post partum, d. h. innerhalb von 12 Stunden, mit der Simultan-Immunisierung begonnen werden; die Kinder erhalten dann nicht nur die erste Dosis des Impfstoffs, sondern simultan auch Hepatitis-B-Immunglobulin. Ist der HBsAg-Status der Mutter bei der Geburt des Kindes unbekannt und eine serologische Kontrolle nicht möglich, sollte mit der Grundimmunisierung mit HB-Impfstoff begonnen werden. Bei nachträglicher Feststellung einer HBsAg-Positivität der Mutter kann beim Neugeborenen innerhalb von 7 Tagen postnatal die passive Immunisierung nachgeholt werden.


Empfehlungen zur Hepatitis-B-Prophylaxe bei Neugeborenen*

  • Aktive HBV-Immunisierung (Impfung) bei allen Neugeborenen
  • Bei allen Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter zusätzliche simultane Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin (passive Immunisierung) innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt (200 I.E. i.m).

Hinweise:

  • Eine Bestimmung des HBsAg-Status aller Schwangeren möglichst nahe am Geburtstermin ist gemäss Mutterschaftsrichtlinien angezeigt
  • Bei späterem HBsAg-Nachweis bei der Mutter kann die passive Immunisierung des Neugeborenen innerhalb von 7 Tagen postpartal nachgeholt werden. Ohne Immunschutz kann eine Infektion auch über die Muttermilch erfolgen.

* Für detaillierte Information kontaktieren Sie bitte die Empfehlungen des BAG.